Speakers
Description
Die Zukunft minorisierter Sprachen erscheint für ihre Sprecherinnen vielfach ungewiss und wird durch gesellschaftliche wie strukturelle Faktoren beeinflusst. Ziel des Beitrags ist es, den Zusammenhang zwischen dem individuellen Sprachverhalten von Sprecherinnen minorisierter Sprachen und ihrer Einschätzung der Zukunft der Sprache
zu untersuchen.
Im Rahmen des EU-Projekts „RISE UP“ wurden dazu über 500 Sprecher*innen aus fünf Sprachgemeinschaften – Aranesisch, Aromunisch, Burgenländischkroatisch, Kornisch und Seto – mittels eines Fragebogens befragt. Dabei wurden Informationen zur individuellen Sprachverwendung, zu Spracheinstellungen und zur wahrgenommenen Nutzung sprachlicher Ressourcen erhoben.
Anschließend wurde ein Sprachaktivitätsindex basierend auf Selbstauskünften zu Sprachkompetenz, Sprachverwendungsdomänen, Engagement in sprachbezogenen Aktivitäten sowie Ressourcennutzung erstellt. Ergänzend wurden die Antworten zu den Zukunftsperspektiven der Sprachen qualitativ analysiert.
Die Untersuchung liefert Einblicke in Faktoren, die die Wahrnehmung der Zukunft der Sprache von Sprecher*innen minorisierter Sprachgemeinschaften beeinflussen. Auch die Unterschiede, die sich bei der Auswertung zwischen den Sprachgemeinschaften gezeigt haben, sollen im Vortrag beleuchtet werden.